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Thermisch
FAQ: Wärmedispersion
Was ist ein thermischer Massendurchflussmesser?
Ein thermischer Massendurchflussmmesser (auch kalorimetrischer Durchflussmesser genannt) ermittelt den Massenstrom von Gasen anhand des Wärmeentzugs, der entsteht, wenn das vorbeiströmende Gas ein beheiztes Sensorelement abkühlt.
Diese Technologie misst den Massenstrom direkt und benötigt keinezusätzliche Druck- oder Temperaturkompensation, um den Gasfluss präzise zu erfassen.
Wie funktioniert ein thermischer Massendurchflussmesser?
Das Funktionsprinzip von thermischen Massendurchflussmessern basiert auf dem Gesetz von L.V. King (1914), das die Wärmeübertragung in Gasströmungen beschreibt. Der genutzte physikalische Effekt besteht darin, dass ein strömendes Medium (Gasmoleküle) konvektive Wärmeenergie aufnimmt und abführt.
Thermische Massendurchflussmesser erfassen den Massenstrom, indem sie die Abkühlung eines beheizten Sensors durch das vorbeiströmende Gas messen. Es gibt im Wesentlichen zwei Messprinzipvarianten. Bei der ersten kommen zwei temperaturabhängige Widerstandssensoren (RTDs) zum Einsatz: Einer misst die Gasreferenztemperatur, während der andere konstant beheizt wird und eine festgelegte Temperatur über der Gastemperatur hält. Strömt Gas über den beheizten Sensor, führt es durch Konvektion Wärme ab – je höher die Strömungsgeschwindigkeit, desto größer der Wärmeentzug.
Die zweite Messvariante arbeitet mit einem Bypass-System, bei dem zwischen einem Laminarströmungselement und dem Messrohrabschnitt eine Druckdifferenz (Δp) erzeugt wird. Diese bewirkt, dass ein definierter Teilstrom des Gases durch den Messabschnitt geleitet wird, in dem sich die thermischen RTD-Sensoren befinden. Zwei im Messrohr montierte, beheizte Widerstandsmessdrähte erfassen dabei die Temperaturdifferenz zwischen vor- und nachgelagertem Sensor. Diese strömungsabhängige Temperaturdifferenz steht linear in Beziehung zum Massenstrom des Gases.
Auf der Grundlage dieser beiden Varianten basieren thermische Massenstromdurchflussmesser auf zwei Hauptmesskonzepten:
A) Konstante Temperaturdifferenz (CTD)
Das Messgerät erfasst und regelt die elektrische Leistung, die erforderlich ist, um eine konstante Temperaturdifferenz (ΔT) zwischen dem beheizten Sensor und dem Prozessgas aufrechtzuerhalten. Ein höherer Massenstrom führt zu größeren Wärmeverlusten durch Kühlung, wodurch entsprechend mehr Heizleistung nötig ist, um die Temperaturdifferenz konstant zu halten. Diese aufgewendete Leistung ist direkt proportional zum Massenstrom des Gases und bildet das primäre Messsignal.
Vorteile:
- Schnelle Reaktionszeit dank aktiver Temperaturregelung.
- Hohe Empfindlichkeit gegenüber sauberen, trockenen Gasen.
- Bevorzugt für präzise, dynamische Durchflussanwendungen.
Nachteile:
- Empfindlich gegenüber Verschmutzung, Feuchtigkeit und Ablagerungen am Sensor, da zur Aufrechterhaltung eines festen ΔT kontinuierlich schnelle Leistungskorrekturen erfolgen. Kondensation kann zu instabilen Messwerten führen, bis der Mittelwertfilter das Signal glättet.
- Bei verschmutzten oder feuchten Gasen kann es aufgrund von Ablagerungen auf der Sonde zu einer reduzierten Messgenauigkeit kommen.
B) Konstante Leistung (CP)
Die dem Sensor zugeführte Heizleistung bleibt konstant, während das Messgerät die daraus entstehende Temperaturdifferenz (ΔT) zwischen den beiden Sensoren erfasst. Diese Temperaturdifferenz ist umgekehrt proportional zum Massenstrom – ein höherer Massenstrom führt zu einer stärkeren Wärmeabfuhr und damit zu einer größeren ΔT.
Vorteile:
- Behält die Genauigkeit auch bei Verschmutzung/Reinigung des Sensors.
- Natürliche Dämpfung gegenüber Kondensationseffekten, da Temperaturänderungen langsamer reagieren als die Leistungsanpassungen im CTD-Modus.
- Verbesserte Langzeitstabilität, insbesondere bei KOBOLD MAK- und MAS-Modellen.
Nachteile:
- Langsamere Reaktionszeit als beim CTD-Prinzip.
- Weniger geeignet für hochdynamische Strömungsänderungen.
Zusammenfassung:
- Beim CTD-Prinzip (Constant Temperature Difference) wird der Widerstand des beheizten RTD aktiv geregelt, um eine konstante Temperaturdifferenz (ΔT) aufrechtzuerhalten; die erforderliche Heizleistung dient als Messsignal. Die KOBOLD-Modelle KEC, KEP und KET arbeiten nach diesem Prinzip.
- Beim CP-Prinzip (Constant Power) wird der beheizte RTD mit konstanter Leistung betrieben, während die resultierende Temperaturdifferenz (ΔT) zwischen beheiztem und Referenzsensor als Messsignal dient. Die KOBOLD-Modelle MAK und MAS basieren auf diesem Verfahren.
Da die Wärmeübertragung vom Massenstrom abhängt – also von der Anzahl der im Gas vorhandenen Moleküle – ermöglicht die thermische Dispersionstechnik eine direkte, kontinuierliche Echtzeitmessung des Massenstroms. Dies geschieht, indem das strömende Gas als Kühlmedium für den beheizten Sensor dient .
Was ist ein thermischer bzw. kalorimetrischer Durchflusswächter?
Ein kalorimetrischer Durchflusswächter (auch als kalorimetrischer Durchflussanzeiger/ -wächter bekannt) ist ein industrielles Gerät, das den Durchfluss in Rohrleitungen erkennt (An-/Abwesenheit oder Mindestdurchfluss) und bei Erreichen eines vordefinierten Schwellwerts einen elektrischen Ausgang aktiviert. Er wird hauptsächlich für Überwachungs-, Schutz- und Sicherheitsfunktionen eingesetzt und nicht für präzise Durchflussmessungen.
Im Gegensatz zum thermischen Massendurchflussmesser liefert der Durchflusswächter keinen kontinuierlichen Durchflusswert, sondern ein binäres Schaltsignal (EIN/AUS) oder Relaisausgang. Dies dient zum Auslösen von Alarmen, Starten/Stoppen von Geräten oder Aktivieren von Sicherheitsverriegelungen.Die Geräte arbeiten nach dem Wärmeabfuhrprinzip ähnlich wie thermische Massendurchflussmesser mit einem beheizten Sensorelement und einem Referenzsensor. Bei fehlendem oder nur geringem Durchfluss bleibt der beheizte Sensor warm, da kaum Wärme abgeführt wird, und der Schalter bleibt seinem Ausgangszustand. Strömt Gas oder Flüssigkeit am Heizelement vorbei, entzieht es diesem Wärme, wodurch die Sensortemperatur sinkt und die Heizleistung steigt. Überschreitet der Kühleffekt einen definierten Schwellwert, schaltet das Gerät um. Die Wärmeverlustrate steigt mit der Strömungsgeschwindigkeit, sodass der Über- oder Unterfluss erkannt werden kann.
Kalorimetrische Durchflusswächter sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, um ein breites Spektrum an Installations- und Anwendungsanforderungen abzudecken. Sie werden in unterschiedlichen Konfigurationen angeboten, die speziell auf Prozessbedingungen, Montageoptionen und Ausgangsanforderungen abgestimmt sind.
Unser Team bietet umfassende Anwendungsunterstützung, einschließlich Produktkonfiguration, Kompatibilitätsprüfung und individuelle Beratung für Ihre spezifischen Installationsanforderungen.Kontaktieren Sie uns.
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Handelt es sich bei einem thermischen Massendurchflussmesser und einem kalorimetrischen Durchflusswächter um dasselbe Gerät, und worin liegen die Unterschiede?
Nein. Obwohl beide mit einem beheizten Temperatursensor arbeiten, der durch das strömende Medium gekühlt wird , sind sie für deutlich unterschiedliche Funktionen konzipiert Ein thermischer Massendurchflussmesser dient der kontinuierlichen, quantitativen Messung von Gasströmen. Er erfasst den tatsächlichen Massenstrom direkt und liefert Echtzeit-Ausgangssignale – wie analoge Signale (4–20 mA, 0/1–5 V) oder digitale Schnittstellen (Modbus RTU). Diese Daten eignen sich für Prozessüberwachung/-steuerung, Energie-/Verbrauchsmessung, Leckageerkennung, Systemoptimierung, Datenprotokollierung und Gasstromausgleich. (siehe KOBOLD Modelle MAK/MAS/KEC/KEP/KET) Ein kalorimetrischer Durchflusswächter dient der Durchflusserkennung, nicht der Messung der Durchflussmenge.
Er überprüft, ob ein Durchfluss vorhanden ist oder ob dieser über bzw. unter einem vordefinierten Schwellenwert liegt. Sobald der Durchfluss den konfigurierten Schwellenwert über- oder unterschreitet, wechselt das Gerät seinen Schaltzustand und liefert ein Relais- oder digitales Ausgangssignal. (siehe KOBOLD Modelle KAL, KAL-D/-L, DVK) Die wichtigsten technischen Daten sind im Folgenden in einer Übersichtstabelle zusammengefasst.
| Parameter | Thermischer Massendurchflussmesser |
Kalorimetrischer Durchflusswächter |
| Hauptfunktion | Misst den tatsächlichen Massenstrom | Erkennt das Vorhandensein eines Durchflusses oder einen Schwellenwert. |
| Ausgabetyp | Kontinuierliches analoges oder digitales Signal | Schalt- oder Relaisausgang |
| Flussinformationen | Echtzeit-Massenstromwerte | Keine quantitative Durchflussanzeige |
| Genauigkeit | Hohe Genauigkeit und Wiederholbarkeit | Nicht für Messgenauigkeit ausgelegt |
| Sollwert | Optionale Alarme oder Grenzwerte | Benutzerdefinierter Schaltschwellenwert |
| Steuerungsfähigkeit | Prozessüberwachung und -steuerung | Alarme, Sicherheit und Verriegelungen |
| Anwendungsschwerpunkt | Messung, Optimierung, Berichterstattung | Schutz- und Automatisierungslogik |
Was sind die Vorteile der Verwendung eines thermischen Massendurchflussmessers ?
Der sehr geringe Druckverlust, die hohe Langlebigkeit und der wartungsarme Betrieb zeichnen dieses Messprinzip aus.Durch die direkte Massendurchflussmessung ist keine Dichtekorrektur erforderlich. Zudem wird eine große Messspanne abgedeckt und dank flexibel wählbarer Sondenlängen eignen sich die Sensoren sowohl für niedrige Durchflussraten als auch für große Rohrdurchmesser. Im Vergleich zu Volumenstrommessern (z. B. Rotameter oder Turbinengaszähler) sind thermische Massendurchflussmesser durch die direkte Messung des Massenstroms unempfindlich gegenüber Schwankungen von Temperatur und Druck.
Besondere Vorteile der thermischen Massendurchflussmesser von KOBOLD:
- Hohe Genauigkeit bei niedrigen Durchflussraten: Unsere Messgeräte liefern auch bei sehr geringen Gasströmungsgeschwindigkeiten präzise, stabile und verlässliche Messwerte – Bereiche, die für viele andere Technologien schwer erfassbar sind.
- Schnelle Reaktionszeit: Integrierte platinbeschichtete Sensoren sorgen für schnelle Ansprechzeiten und hohe Genauigkeit über einen weiten Messbereich.
- Vielseitigkeit bei Gasarten: Die Geräte können unterschiedlichste Gase und Gasmischungen verarbeiten (z. B. Luft, Sauerstoff, Stickstoff, Erdgas, Argon, CO₂) – häufig ohne erneute Kalibrierung – und sind damit flexibel für verschiedenste Anwendungen einsetzbar.
- Optionale integrierte Funktionen: Einige Modelle verfügen über Alarmausgänge und konfigurierbare Schwellenwerte. So kann bei Über- oder Unterschreitung eines definierten Durchflusswertes automatisch ein Alarm ausgelöst oder ein Relais aktiviert werden – wodurch die Durchflussmessung direkt mit einer Schaltfunktion kombiniert wird.
- Einstellbare Dämpfung (Mittelwertbildung) und Filterzeit zur Reduzierung von Rauschen und Schwankungen: Die Mittelwertbildung (AV-Zeit) glättet die Messwerte über einen definierten Zeitraum und gleicht dadurch kleine, zufällige Schwankungen aus. Die Filterzeit bestimmt, wie schnell das Ausgangssignal auf Änderungen reagiert. Ein Tiefpassfilter reduziert kurzfristige Spitzen, sodass das Signal insgesamt stabil bleibt.
Sind thermische Massendurchflussmesser wartungsintensiv?
Nein. Einer der größten Vorteile thermischer Massendurchflussmesser ist ihr sehr geringe Wartungsaufwand. Da keine beweglichen Teile mit dem Gas in Kontakt kommen und die Komponenten nur minimalen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, ist der Verschleiß äußerst gering. Halbleitersensoren (RTDs) und die Elektronik sind für eine hohe Langzeitstabilität ausgelegt – im Normalbetrieb sind weder häufige Wartungen noch ein regelmäßiger Austausch von Bauteilen erforderlich.
Bei verschmutzten Gasen empfiehlt sich eine jährliche Kalibrierungsprüfung, um die Messgenauigkeit sicherzustellen und Ablagerungen an den Sensorspitzen vorzubeugen. Für einen langfristigen, kontinuierlichen Betrieb mit minimalem Wartungsaufwand sind diese Messgeräte eine ideale Lösung. Hinweise zu Wartungsplänen und Best Practices für Ihre Anwendung finden Sie hier: Kontakt zu KOBOLD.
Können thermische Massendurchflussmesser auch Flüssigkeiten messen, oder sind sie nur für Gase geeignet?
Thermische Massendurchflussmesser können prinzipiell auch für bestimmte Flüssigkeiten eingesetzt werden, sind jedoch hauptsächlich für Gasströmungen konzipiert. Sie eignen sich besonders zur Erfassung von sauberen Gasen wie Luft, Stickstoff, Erdgas, Sauerstoff, Argon, CO₂ und vielen anderen Industriegasen – auch bei niedrigen Drücken und geringen Durchflussraten.
Bei Flüssigkeiten werden thermischer Massendurchflussmesser in der Regel nicht eingesetzt, da Flüssigkeiten Wärme anders aufnehmen und abgeben als Gase. Es gibt zwar spezielle thermische Sensoren oder Schalter zur Überwachung von Wasser oder wasserbasierten Flüssigkeiten – diese dienen jedoch hauptsächlich der Durchflusserkennung (vorhanden/nicht vorhanden) und nicht der exakten Bestimmung der Durchflussrate. Für genaue Durchflussmessung flüssiger Medien werden andere Technologien bevorzugt , wie Magnetisch oder Ultraschall-Durchflussmesser. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung – kontaktieren Sie uns jederzeit
Aus welchen Materialien werden thermischer Massendurchflussmesser hergestellt?
Thermische Massendurchflussmesser werden aus robusten Industriematerialien gefertigt, die Langzeitzuverlässigkeit, mechanische Festigkeit und optimale Wärmeleitfähigkeit gewährleisten. Gängige Werkstoffe sind:
- Edelstahl (KEC/KEP-Sonde; MAK/MAS-Gehäuse): Robust, korrosionsbeständig und für hohe Temperaturen/Drücke geeignet – ideal für aggressive/korrosive Gase in industriellen Anwendungen.
- Messing: Kostengünstig für Durchflusskörper/Armaturen bei niedrigem/mittlerem Druck mit guter Korrosionsbeständigkeit.
- Technische Kunststoffe (KET/KEP-Gehäuse): Polycarbonat, PPS, Nylon für nicht medienberührende Teile – leicht, kostengünstig, geeignet für saubere Umgebungen und niedrigen Druck
Die Materialwahl beeinflusst direkt chemische Beständigkeit, Temperatur-/Druckgrenzen sowie Lebensdauer des Messgeräts. Die richtige Konstruktionsmaterialauswahl gewährleistet optimale Leistung und verhindert Korrosion/Beschädigungen.
Prüfen Sie immer die Materialkompatibilität mit Ihrem Gas/Flüssigkeit. Kontaktieren Sie uns für Materialempfehlungen zu Ihrer spezifischen Anwendung.
In welchen Druck- und Temperaturbereichen können thermische Massendurchflussmesser eingesetzt werden?
Thermischer Massendurchflussmesser sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, deren Druck- und Temperaturgrenzen je nach Modell variieren. Standardgeräte verarbeiten Drücke von nahezu Vakuum bis 6 bar (~90 psi), während robuste Ausführungen bis 100 bar (~1450 psi) oder mehr aushalten. Für spezielle Branchen gibt es zudem Hochdruckversionen. Der maximale Betriebsdruck (p_max) ist immer modellabhängig und sollte in der technischen Dokumentation geprüft werden. Standard Massendurchflussmesser arbeiten typischerweise bei 50–100 °C (122–212 °F). Hochtemperaturversionen mit verlängerten Sonden oder zusätzlicher Kühlung erreichen 150–180 °C (302–356 °F). Fortschrittliche Modelle mit getrennter Elektronik erlauben den Einsatz bei noch höheren Temperaturen. Der maximale Betriebswert (t_max) ist modellabhängig und sollte in den technischen Daten geprüft werden. Da die Druck- und Temperaturgrenzen je nach Modell variieren, prüfen Sie immer die Produktspezifikationen. Für Anwendungen mit hohem Druck oder extremen Temperaturen sollten Sie ein Gerät wählen, das speziell dafür ausgelegt ist.
Um den passenden Durchflussmesser für Ihren Prozess zu finden, kontaktieren Sie uns für eine individuelle Anwendungsberatung Branchenexperte.
Wie genau sind thermischer Massendurchflussmesser bzw wächter ?
Thermische Massendurchflussmesser liefern eine zuverlässige Messgenauigkeit für Gasdurchflüsse. Die tatsächliche Präzision hängt jedoch von der Konstruktion des Geräts, der Kalibrierung sowie den spezifischen Einsatzbedingungen ab.Typische Genauigkeitsbereiche umfassen:
- Allgemeine Messgenauigkeit: Die meisten Massendurchflussmesser liefern eine zuverlässige Messgenauigkeit im Bereich von ±1–5% des Messbereichsendwerts (ME). Unsere KEC/KEP/KET-Modelle bieten auf Anfrage ±1,0% des Messwerts (MW) und ±0,3% des Messbereichsendwerts.(Hochleistungsmodelle)
- Economy- oder Basismodelle: Kostengünstige Ausführungen mit ±3–5% des Messbereichsendwerts.
- Messgenauigkeit vs. Schaltgenauigkeit & Wiederholbarkeit: Bei der Verwendung als Durchflussmesser wird die Messgenauigkeit üblicherweise als Prozentsatz des Messwerts (MW) oder des Messbereichsendwerts (ME) angegeben. Bei Durchflusswächtern hingegen (z.B. KAL-L), die lediglich erkennen, ob der Durchfluss über oder unter einem Sollwert liegt, gibt die Schaltgenauigkeit an, wie genau der Schaltpunkt dem eingestellten Sollwert entspricht – typischerweise ±10 % des Sollwerts, was für Ein-/Aus- oder Alarmanwendungen ausreichend ist. Sie beschreibt die Abweichung vom Soll- bzw. Grenzwert. Die Wiederholbarkeit, auch Reproduzierbarkeit genannt, beschreibt hingegen, wie genau ein Wächter bei wiederholten Messungen oder Schaltvorgängen unter gleichen Bedingungen denselben Wert liefert (z.B. KAL-D). Geräte für Prozessüberwachung, Laboranwendungen oder Kontinuierliche Messung betonen meist die Wiederholbarkeit, da sie die Präzision des laufenden Messwerts sicherstellen müssen.
Die angegebenen Genauigkeiten hängen stark von korrekter Kalibrierung, Gaszusammensetzung, Strömungsprofil und Installationsbedingungen ab. Gerätehersteller geben Messenauigkeiten typisch als kombinierte Fehlergrenze an, z. B. ±1% des Messwerts + 0,5% des Messbereichsendwerts – prüfen Sie daher immer die Angaben im Produktdatenblatt. Thermische Massendurchflussmesser liefern stabile, wiederholbare Messgenauigkeit für die Gasdurchflussüberwachung und Prozesssteuerung. Nehmen Sie für die passende Geräteauswahl Kontakt mit uns auf.
Wo werden thermische Massendurchflussmesser eingesetzt?
Thermische Massendurchflussmesser kommen in zahlreichen Branchen zum Einsatz – überall dort, wo eine präzise Gasmessung als Alternative zu Messprinzipien wie Differenzdruck-, Coriolis- oder Ultraschallmessung erforderlich ist. Zu den typischen Anwendungsbereichen zählen:
- Druckluftsysteme: Überwachung des Druckluftverbrauchs in Produktionsanlagen, Leckageerkennung sowie Optimierung des Kompressorbetriebs. Sie werden beispielsweise bei Druckluft-Audits und zur Messung des Luftstroms in Verteilerleitungen ohne zusätzlichen Druckverlust eingesetzt.
- Erdgasmessung: Messung des Erdgasdurchflusses für Brenner, Kessel, Heizgeräte oder zur Verbrauchsüberwachung. Thermische Massendurchflussmesser liefern direkte Massenstromwerte in Industrieanlagen, gewerblichen Heizsystemen und auch in der Gasverteilung in Wohngebäuden.
- Biogas und Fackelgasüberwachung: Überwachung der Biogasproduktion, etwa in Faultürmen von Kläranlagen oder auf Deponien, sowie Messung von Abgas- und Fackelgasströmen. Aufgrund ihrer Eignung für niedrige Drücke und stark schwankende Durchflüsse unterstützen sie die Prozessoptimierung und die Einhaltung von Umwelt- und Emissionsvorgaben.
- Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK) sowie Gebäudemanagement: Messung von Luftströmen in HLK-Anlagen zur Überwachung von Lüftungsraten, Abluft- und Zuluftströmen sowie in Reinraumanwendungen. Dies trägt wesentlich zu einem effizienten Energiemanagement großer Gebäude und Anlagen bei.
- Umwelt- und Emissionsüberwachung: Messung von Abgasströmen in Schornsteinen, Verbrennungsanlagen oder Anlagenauslässen zur Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher Umweltauflagen, sofern die Gaszusammensetzung bekannt und für das Messprinzip geeignet ist.
- Industrielle Prozessgase: Überwachung und Regelung von Gasen wie Sauerstoff, Stickstoff, Kohlendioxid, Argon oder Wasserstoff in verschiedenen Fertigungsprozessen. In Chemie- und Petrochemieanlagen dienen sie beispielsweise der Gasflussregelung in Reaktoren, während sie in der Stahl- und Metallindustrie unter anderem zur Messung von Argon-Spülgasen eingesetzt werden.
- Halbleiter- und Elektronikfertigung: Sicherstellung hochpräziser Durchflussraten hochreiner Prozessgase wie Silan, Ammoniak oder Stickstofftrifluorid für CVD-, Ätz- und Waferprozesse. Besonders wichtig ist hierbei die hohe Messgenauigkeit bei sehr niedrigen Durchflussraten.
- Lebensmittel- und Getränkeindustrie: Überwachung von CO₂-Strömen bei Karbonisierungs- und Gärprozessen (z. B. in Brauereien oder Abfüllanlagen) sowie Steuerung von Gasflüssen in Verpackungs-, Kühl- und Gefrierprozessen.
- Allgemeine industrielle OEM-Anwendungen: Integration thermischer Massendurchflusssensoren in Maschinen und Systeme wie Analysegeräte, Luftprobenahmeeinrichtungen oder Trocknungsanlagen, in denen der Gasstrom zuverlässig gemessen oder geregelt werden muss.
Von großindustriellen Anlagen bis zu OEM-Instrumenten liefern diese Messgeräte präzise Gasdurchflussdaten und tragen damit entscheidend zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Optimierung der Prozesssteuerung und zur Sicherstellung hoher Produktqualität bei.
Beeinflusst Feuchtigkeit oder Luftfeuchtigkeit einen thermischen Massendurchflussmesser?
Feuchtigkeit kann die Leistung eines thermischen Massendurchflussmesser beeinträchtigen und ist bei Gasdurchflussanwendungen ein wichtiger Einflussfaktor. Dabei ist zwischen Wasserdampf im Gas und flüssiger Feuchtigkeit bzw. Kondenswasser zu unterscheiden, da sich ihr Einfluss auf die Messgenauigkeit deutlich unterscheidet.
- Luftfeuchtigkeit (Wasserdampf im Gas): Geringe Mengen an Wasserdampf, wie sie in Luft oder Prozessgasen üblich sind, haben in der Regel nur einen geringen Einfluss auf die Messgenauigkeit. In den meisten Anwendungen ist ist dieser Einfluss vernachlässigbar, insbesondere bei konstanter Luftfeuchtigkeit. Ein leichter Anstieg der Luftfeuchtigkeit kann jedoch zu einer geringfügigen positiven Abweichung des gemessenen Durchflusses führen, da Wasserdampf andere thermische Eigenschaften besitzt und Wärme anders transportiert als trockenes Gas.
- Flüssige Feuchtigkeit oder Kondenswasser: Das Vorhandensein von flüssigen Wassertropfen oder Kondenswasser kann die Messgenauigkeit erheblich beeinträchtigen und sollte unbedingt vermieden werden. Flüssiges Wasser nimmt deutlich mehr Wärme auf als Gas, wodurch der Zähler einen höheren Durchfluss anzeigt als tatsächlich vorhanden ist. Dies kann zu instabilen oder ungenauen Messwerten führen. Wenn sich Feuchtigkeit auf dem Sensor ansammelt, kann die Messfunktion beeinträchtigt sein, bis der Sensor wieder vollständig getrocknet ist.
- Praktische Hinweise:Um zuverlässige Messwerte zu gewährleisten, sollte auf eine weitestgehend konstante Luftfeuchtigkeit geachtet werden, und der Kontakt des Sensors mit flüssiger Feuchtigkeit oder Kondenswasser muss vermieden werden. Gegebenenfalls können Feuchtigkeitsabscheider oder Filter vorgeschaltet werden. Obwohl moderne thermische Durchflussmesser Feuchtigkeit bis zu einem gewissen Grad kompensieren können, gewährleistet die Zufuhr trockener Gase die höchste Messgenauigkeit und Langzeitstabilität.
Beeinflussen Änderungen in der Gaszusammensetzung die Messwerte?
Ja, Änderungen der Gaszusammensetzung können die Genauigkeit eines thermischen Massendurchflussmessers beeinflussen. Diese Messgeräte werden in der Regel für ein bestimmtes Gas oder ein definiertes Gasgemisch kalibriert, da unterschiedliche Gase verschiedene thermische Eigenschaften wie spezifische Wärmekapazität und Wärmeleitfähigkeit besitzen. Weicht die tatsächliche Gaszusammensetzung von den Kalibrierbedingungen ab, kann dies zu Messabweichungen führen.Wie stark sich eine Änderung der Gaszusammensetzung auf die Messgenauigkeit auswirkt, hängt vor allem davon ab, wie stark sich das tatsächlich gemessene Gas vom Kalibriergas unterscheidet. Je größer diese Abweichung ist, desto größer kann auch der Messfehler sein. Die folgenden Beispiele verdeutlichen diesen Zusammenhang:
- Gasspezifische Kalibrierung: Wird ein thermischer Massenstrommesser beispielsweise für 100 % Stickstoff kalibriert und anschließend zur Messung eines Stickstoff-Helium-Gemisches oder eines CO₂-haltigen Gases eingesetzt, können ungenaue Messwerte auftreten. Ursache dafür ist, dass Helium und CO₂ Wärme anders übertragen als Stickstoff, wodurch sich die für die Messung relevante Wärmeabfuhr verändert.
- Geringfügige Änderungen in der Gaszusammensetzung: Sind die Abweichungen in der Gaszusammensetzung gering – etwa bei Luft mit Spurengasen oder bei Erdgas mit leichten Zusammensetzungsschwankungen – bleibt der Einfluss auf die Messgenauigkeit in der Regel klein. In vielen Anwendungen führen solche Änderungen nur zu geringen Messabweichungen, ohne die Messwerte wesentlich zu beeinträchtigen.
- Deutliche Änderungen der Gaszusammensetzung: Bei der Messung deutlich unterschiedlicher Gase oder stark variierender Gasgemische wird eine Neukalibrierung empfohlen. Alternativ können – sofern vom Gerät unterstützt – Gaskorrekturfaktoren verwendet oder mehrere Gaskalibrierungen im Messgerät hinterlegt werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei Anfragen stets die Gasart und ihre genaue Zusammensetzung detailliert angegeben werden sollte, um Messabweichungen möglichst gering zu halten.
Gibt es besondere Installationsanforderungen für thermische Massendurchflussmesser?
Thermische Massendurchflussmesser sind im Allgemeinen einfach zu installieren, aber die Beachtung einiger bewährter Vorgehensweisen trägt dazu bei, genaue und stabile Messungen zu gewährleisten:
- Anforderungen an geraden Rohre: Um Strömungsprofilverzerrungen zu vermeiden sollte der Zähler in einem geraden Rohrabschnitt fernab von Strömungsstörungen installiert werden. Üblicherweise wird eine gerade Strecke von mindestens 10 Rohrdurchmessern stromaufwärts (Einlaufstrecke) und 4-5 Rohrdurchmessern stromabwärts (Auslauftsrecke) empfohlen, gegebenenfalls mit zusätzlicher Einlauflänge bei nahegelegenen Krümmern, Ventilen, Reduzierstücken, wie im Bild unten dargestellt.
- Einführtiefe und Ausrichtung: Bei Einstechsensoren (z.B. KEC/KEP-1/3) muss die Sonde in der korrekten Einbautiefeinstalliert werden – in der Regel nahe der Rohrmitte und entsprechend der angegebenen Markierungen für die Durchflussrichtung und den Herstellerangaben. Eine falsche Positionierung kann die Messgenauigkeit erheblich beeinträchtigen.
- Vibration und mechanische Belastung: Das Durchflussmessgerät sollte fach- und sachgerecht montiert sein, um Vibrationen zu minimieren. Übermäßige mechanische Belastung oder pulsierende Strömungen durch nahegelegene Geräte können die Leistung und die Langzeitstabilität beeinträchtigen.
- Elektrische Installation: Die Strom- und Signalverkabelung sollte den des Herstellerempfehlungen entsprechen. Eine ordnungsgemäße Erdung und Abschirmung ist gegebenenfalls erforderlich , um elektrische Störungen am Messsignal zu verhindern.
- Außenbedingungen: Transmitter und Elektronik müssen innerhalb der vorgegebenen Umgebungstemperatur- und Feuchtigkeitsgrenzen betrieben werden, sofern sie nicht für raue Umgebungen ausgelegt sind .
Für eine optimale Messgenauigkeit und einen zuverlässigen Betrieb sollten immer die detaillierten Installations- und Anwendungshinweise des Herstellers beachtet werden.
Was sind die Einsatzbedingungen von thermischen Massendurchflussmessern?
Thermische Massendurchflussmesser sind in vielen Gasanwendungen bewährt und zuverlässig. Bei der Auswahl und Auslegung des Geräts sollten jedoch folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Nur saubere, nicht abrasive Gase: Thermische Massendurchflussmesser eignen sich am besten für saubere Gase. Staub, Schmutz oder Partikel können den Sensor beeinträchtigen und sowohl die Messgenauigkeit als auch die Langzeitstabilität reduzieren. Bei verunreinigten Gasströmen ist eine geeignete Filtration erforderlich.
- Empfindlichkeit gegenüber flüssiger Feuchtigkeit: Geringe Mengen Wasserdampf haben meist nur geringe Auswirkungen. Flüssigkeitströpfchen, Nebel oder Kondenswasser können jedoch die Messgenauigkeit stark beeinträchtigen oder im Extremfall Sensorschäden verursachen. Das Gas sollte daher oberhalb seines Taupunkts bleiben, da unterhalb dieses Punktes der im Gas enthaltene Wasserdampf kondensiert und sich flüssiges Wasser bildet.
- Abhängigkeit von den Gaseigenschaften: Thermische Massendurchflussmesser werden für ein bestimmtes Gas oder ein bekanntes Gasgemisch kalibriert. Änderungen der Gaszusammensetzung können Messabweichungen verursachen wenn keine Korrekturfaktoren angewendet oder eine Neukalibrierung durchgeführt wird.
- Primär für Gase: Thermische Massendurchflussmesser sind vor allem für Gasdurchflussmessungen konzipiert. Für wässrige Medien existieren spezielle Sensoren, diese eignen sich jedoch meist nur zur Durchflusserkennung, nicht zur präzisen Messung. (z.B. KAL-K)
- Temperatur- und Prozessgrenzen: Standardmodelle arbeiten innerhalb bestimmter Temperatur- und Prozessbereiche. Für sehr hohe oder sehr niedrige Temperaturen, etwa bei sehr kalten (kryogenen) Anwendungen, werden spezielle Ausführungen oder alternative Messmethoden benötigt.
- Anschaffungskosten: Thermische Massendurchflussmesser sind in der Regel teurer als einfache Durchflussmessgeräte wie Blenden oder Schwebekörper-Durchflussmesser. Dafür ist der Wartungsaufwand gering.
- Druckabfall: Einstechsonden verursachen in der Regel keinen nennenswerten Druckverlust. Thermische Inline-Massendurchflussmesser müssen hingegen korrekt dimensioniert werden, um einen unbeabsichtigte Druckabfall zu vermeiden.
Die Sensoren eignen sich ideal für saubere, trockene Gase mit stabiler Zusammensetzung innerhalb der spezifizierten Betriebsbedingungen. Bei abweichenden Bedingungen sollten eine Gasaufbereitung (z.B.Trocknung, Filtration) oder alternative Durchflussmesstechnologien in Betracht gezogen werden.
Gibt es Modelle mit ATEX- oder explosionsgeschützter Zertifizierung?
Ja, viele Hersteller bieten thermische Massendurchflussmesser an, die für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen zertifiziert sind. Diese Geräte sind für Umgebungen konzipiert, in denen brennbare Gase, Dämpfe oder Stäube auftreten können - beispielsweise in Chemieanlagen, Öl- und Gasanlagen oder bestimmten Industrieanlagen. Gängige Zertifizierungen und Zulassungen umfassen.
Common certifications and approvals include:
- ATEX (EU): Bestätigt die Eignung in explosionsgefährdeten Bereichen in Europa. ATEX-zertifizierte Messgeräte tragen Kennzeichnungen wie Ex d (flammfeste Kapselung in einem robusten Gehäuse) oder Ex ia (eigensicher, da die verfügbare Energie begrenzt wird, um eine Zündung zu verhindern) sowie die dazugehörige Gas- oder Staubgruppe und Temperaturklasse.
- IECEx: Ein international anerkanntes Zertifizierungssystem für Geräte, die in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden, mit einem ähnlichen Geltungsbereich wie ATEX.
- FM/FMc/ CSA (Nordamerika): Zulassungen für explosionsgefährdete Bereiche in den USA und Kanada erfolgen üblicherweise in den Klassen I–III sowie den Divisionen 1 oder 2, abhängig vom Risikograd. Im Gegensatz zu ATEX/IECEx , die mit Zonen arbeitet, wird in Nordamerika traditionell das Klasse/Division-System verwendet.
- UL (Underwriters Laboratories): UL ist eines der etabliertesten national anerkannten Prüflaboratorien (NRTLs) in den USA und bestätigt, dass elektrische und elektronische Geräte sicher installiert und betrieben werden können, ohne Brand-, Explosions- oder Stromschlaggefahren zu verursachen.
Nicht alle thermischen Massendurchflussmesser verfügen über eine Zulassung für explosionsgefährdete Bereiche, da diese in vielen Anwendungsbereichen nicht erforderlich ist. Daher ist es wichtig, die notwendigen Zertifizierungsanforderungen bereits bei der Geräteauswahl klar zu spezifizieren. Zertifizierte Modelle weisen die entsprechenden Zulassungen sowie die zugehörigen Zonen oder Bereiche eindeutig in ihrer technischen Dokumentation aus.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass thermische Massendurchflussmesser mit ATEX-, IECEx- oder FM/CSA-Zulassung erhältlich sind, die konkrete Zertifizierung jedoch vom jeweiligen Modell abhängt. Überprüfen Sie daher stets die genaue Klassifizierung im Datenblatt, um sicherzustellen, dass diese den jeweiligen Standortbedingungen entspricht, und wenden Sie sich bei Bedarf an den Hersteller oder Händler.
Müssen thermische Massendurchflussmesser regelmäßig kalibriert werden?
Thermische Massendurchflussmesser benötigen, wie die meisten Präzisionsmessgeräte, eine regelmäßige Kalibrierung, um ihre langfristige Messgenauigkeit sicherzustellen. In der Regel werden sie jedoch bereits vor der Auslieferung im Werk für das jeweilige Gas und den angegebenen Messbereich kalibriert.
Die folgenden Punkte geben einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der Kalibrierung thermischer Massendurchflussmesser:
- Werkskalibrierung: Hersteller kalibrieren thermische Massendurchflussmeser an mehreren Messpunkten, häufig mit Luft oder dem spezifizierten Prozessgas. Dadurch wird eine zuverlässige Ausgangsbasis geschaffen, die für viele Standardanwendungen im Dauerbetrieb meistens ausreichend ist.
- Empfohlenes Rekalibrierungsintervall: Allgemein wird eine jährliche Rekalibrierung oder zumindest eine Überprüfung der Kalibrierung empfohlen. Bei unkritischen Anwendungen und wenn frühere Kalibrierungen nur geringe Abweichungen zeigen, kann dieses Intervall auf bis zu zwei Jahre verlängert werden.
- Kritische Anwendungen: Für Anwendungen mit hohen Genauigkeitsanforderungen, etwa zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben wie Emissionsvorschriften oder Umweltaufkagen, bei Eigentumsübertragung oder zur präzisen Prozesskontrolle, ist eine häufigere Kalibrierung im Abstand von etwa 6-12 Monaten ratsam.
- Betriebsstabilität: Thermische Massendurchflussmesser sind grundsätzlich sehr stabil und behalten über lange Zeit ihre Messgenauigkeit. Solange saubere Gase verwendet werden und die Umgebungsbedingungen konstant bleiben, ist nur eine geringe Veränderung der Messwerte („Drift“) zu erwarten.
- Kalibrierungsprozess: Die Kalibrierung erfolgt üblicherweise durch Vergleich der Messwerte mit einem rückführbaren Referenzstandard in einem Kalibrierlabor oder einer Prüfeinrichtung. Obwohl einige Messgeräte über Diagnose- oder Verifizierungsfunktionen verfügen, erfordert eine vollständige Kalibrierung grundsätzlich spezialisierte Ausrüstung .
Regelmäßige Kalibrierung ist eine bewährte Maßnahme zur Sicherstellung einer dauerhaft hohen Messgenauigkeit. Eine jährliche Kalibrierung ist branchenübergreifend üblich, das genaue Intervall sollte jedoch stets den Herstellerempfehlungen sowie den Anforderungen der jeweiligen Anwendung entsprechen.Um mehr über unsere Durchflussmesslösungen zu erfahren, besuchen Sie uns auf unserer Webseite. Bei Fragen zur Kalibrierung oder zu technischen Details unserer Durchflussmessgeräte können Sie sich jederzeit an unser Fachteam wenden.
